Anbieter von Mediation

Wer führt Mediationen? (Anbieter)

Rechtsanwälte dürfen allgemein Mediationen und Schlichtungen durchführen. Treten sie mit der Zusatzbezeichnung „Mediator“ nach außen, so haben sie eine besondere berufliche Qualifikation für die Aufgabe erworben. Die Standards hierfür werden von den Rechtsanwaltskammern bestimmt und gemäß der Berufsordnung der Rechtsanwälte geprüft. Die umfassende Verschwiegenheitspflicht folgt der Berufsordnung:

„Wird der Rechtsanwalt als Vermittler, Schlichter oder Mediator tätig, so unterliegt er den Regeln des Berufsrechts.“

Mediatoren mit anderer Fachlichkeit (sozial, psychologisch, technisch, kaufmännisch, künstlerisch usw.) üben Mediation aufgrund einer beruflichen Qualifikation aus, die sie in einer privaten oder öffentlichen Ausbildungseinrichtung erworben haben.

Den geeigneten Anbieter finden

Mediatoren findet man über Suchmaschinen oder über Berufsvereinigungen von Mediatoren.

Vergütungsregelungen bei Mediationen

Die Vergütung von Mediatoren richtet sich zumeist nach Stunden-, Halbtages-, Tages- oder Sitzungssätzen, die individuell vereinbart werden. Das betroffene Anwendungsgebiet, die Zahl der Beteiligten und die Komplexität eines Konflikts beeinflussen die Höhe der Honorarsätze.

Werden Rechtsanwälte als Mediatoren tätig, arbeiten sie in etwa der Hälfte der Fälle auf der Grundlage von Stundensätzen. Diese sind frei vereinbar. Alternativ können Rechtsanwälte eine Gebühr nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ansetzen.

Üblicherweise teilen sich die Beteiligten eines Konflikts den finanziellen Aufwand. Wie hoch er ist, lässt sich immer ungefähr im Voraus berechnen und wird in einem Vorgespräch geklärt. Wer sich für eine Mediation interessiert, wird vom Mediator vorab die Modalitäten der Vergütung erfahren.

Werden für Mediationsverfahren Rechtsanwälte als Beistand, Berater oder Vertreter einer Partei beauftragt (also nicht als Mediator), ist im Normalfall Grundlage ihrer Vergütung der Gegenstandswert nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.

Erfolgsquote

Die Praxis spricht davon, dass durchschnittlich 70 bis 80 Prozent der Mediationsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden können, bei der Mediation von Konflikten früherer Partner liege die Erfolgsquote etwas darunter.

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