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Ist ein Rechtsproblem so anspruchsvoll, dass ein klassisch beratender Rechtsanwalt beauftragt werden soll, muss dieser Rechtsanwalt nur noch gefunden werden. Fähig soll er sein, einsatzwillig, insgesamt vertrauenswürdig, ein Berufsvertreter, der das Mandanteninteresse ganz nach oben stellt.

Anwaltssuche über das Branchenbuch

Auch heute greifen Menschen noch zu den Gelben Seiten der Telefonbuchverlage, wenn sie einen Dienstleister suchen. Anzeigen von Rechtsanwaltskanzleien in diesen gedruckten Verzeichnissen haben jedoch fühlbar abgenommen – ein Zeichen dafür, dass das Medium auf dem Anwaltsmarkt stark an Bedeutung verloren hat. Aber die Gelben Seiten bestehen fort, auch elektronisch (gelbeseiten.de). Der Vorteil ist die Regionalität, und man kann Einträge und Anzeigen in Verbindung zu dem bringen, was man über einzelne Anwälte oder Kanzleien schon gehört hat.

Anwaltssuche über allgemeine Suchmaschinen

Benutzer allgemeiner Suchmaschinen nehmen an, sie kämen auf diese Weise dem Finden eines guten Anwalts näher. Die dort vertretenen anwaltlichen Anzeigenkunden, die ganz oben rangieren, suchen ihrerseits nach neuen Kunden, nach dem „guten Auftraggeber“, nämlich dem, der ein lukratives Mandat zu vergeben hat.

Kanzleien, die Anzeigen in allgemeinen Suchmaschinen aufgeben, stellen oft eine besondere Spezialisierung heraus und bieten gelegentlich „kostenlose Erstberatung“ an. Trotzdem antworten sie oft nicht einmal. Das erscheint zunächst paradox. Die Erklärung könnte sein: Wenn der Beratungsuchende mittels Kontaktformular der Kanzleiwebsite sein Anliegen geschildert, vielleicht zusätzlich Dokumente hochgeladen hat, lässt sich schon abschätzen, ob sich die Übernahme des Mandats rentieren wird. Sieht es nicht danach aus, kann es gut sein, dass der Anfrager keine Antwort bekommt.

Auch wenn sie keine Anzeigen schalten, treiben etliche Kanzleien großen Aufwand, damit allgemeine Suchmaschinen sie oben platzieren. Für denjenigen, der einen Anwalt sucht, zeigt sich vor allem eine ungeordnete Überfülle von Angeboten, wie auch sonst beim Befragen von Suchmaschinen. Es gibt kein Kriterium, an dem er festmachen könnte, dass er auf einen für den eigenen Fall fachlich und sonst geeigneten Berufsvertreter gestoßen ist.

Zwischenergebnis: Bezahlte Anzeigen und zuerst angezeigte Suchergebnisse in Suchmaschinen sagen generell nichts über die Qualität der Leistung aus, die man erwarten kann. Das gilt im Allgemeinen und das gilt auch bezüglich Rechtsanwaltskanzleien.

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