Anwaltssuche-3

Fortsetzung von Anwaltssuche, Teil 1 und Teil 2

Empfehlungen von Bekannten bei Anwaltssuche am Ort

Soll ein Anwalt vor Ort gefunden werden, ist die Suche schnell zu Ende, wenn man bereits gute Erfahrungen mit einem örtlichen Anwalt gemacht hat. Man wird daran denken, ihm wiederum das Mandat zu erteilen.

Abgesehen von der eigenen Erfahrung zählt ansonsten – außer dem meist vorherrschenden Wunsch nach einem Fachanwalt – das Urteil bzw. die Empfehlung von Freunden und Bekannten. Eine Empfehlung aus dem näheren Umfeld hat sich bezüglich der Suche nach Rechtsrat sogar als das wichtigste Auswahlkriterium erwiesen. Das erstaunt nicht, denn Vertrauen ist das wertvollste Gut, um das es hier geht: Man vertraut dem eigenen Umfeld, um einen vertrauenswürdigen Anwalt zu finden.

Der Mandant, der auf Empfehlung kommt und es sagt, wird einen Vorteil haben. Der Anwalt fühlt sich geschmeichelt und wird bestrebt sein, die Empfehlung zu rechtfertigen und so einen neuen Mandanten zu gewinnen, der womöglich auch zukünftig bei Beratungsbedarf ihn konsultieren wird.

In dieser Hinsicht bleibt das Internet mit seinen zahllosen Informations- und Beratungsangeboten zurück. Denn auch wenn man auf Anwaltsbewertungen stößt – was Fremde empfehlen, darauf kann man sich nur bedingt verlassen, schon deshalb, weil sie in einer anderen Situation standen und jedwede Zufriedenheit sich auch in gewissem Umfang aus persönlichen Sympathien ergibt.

Nicht jeder bietet alles

Ob man einen Anwalt vor Ort, der mit seiner Dienstleistung bereits überzeugen konnte oder empfohlen wurde, nun tatsächlich beauftragen sollte, hängt aber entscheidend an einem weiteren Umstand. Es ist die Rechtsmaterie. Der Anwalt, der in einem Mietrechtsfall etwas erreicht und auch sonst einen guten Ruf hat, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit kein Fachanwalt für Sportrecht oder Fachanwalt für IT-Recht sein, wie er vielleicht jetzt konkret benötigt wird. (→ Übersicht aller Fachanwaltsbezeichnungen)

Gibt es also in der Nähe nicht den benötigten Experten, dem man den Fall übergeben könnte, kommt nur eine Beauftragung einer weiter entfernten Kanzlei in Frage oder ein überörtliches Beratungsangebot ohne Kanzleibesuch, wie es beispielsweise Rechtsberatungsplattformen bieten.

Zu den Diensten von Rechtsberatungsplattformen wie yourXpert* siehe den Beitrag „Legal-Tech-Lösungen“.

Ist man rechtsschutzversichert und will die Versicherung in Anspruch nehmen, empfiehlt sich, ob der Anwalt benannt oder selbst gewählt wird, nur die Beauftragung eines Anwalts in der Nähe, den man persönlich aufsucht. Es besteht sonst die fast sichere Aussicht, dass ein unbekannter Anwalt in der Ferne ein Mandat eines ihm persönlich unbekannt bleibenden Mandanten schlecht bearbeitet, weil ein Dritter (die Rechtsschutzversicherung) zahlt.

(*Fachliche Empfehlung, zugleich Werbelink)