Anspruch auf Flugentschädigung durchsetzen

Die Fluggastrechte-Verordnung der EU räumt Fluggästen bei Mängeln anlässlich einer Beförderung Entschädigungen bis zu 600 Euro ein. Die Verordnung findet Anwendung auf sämtliche Flüge, die in der EU angetreten werden. Ebenso gilt die Verordnung für Flüge, die von einer Fluggesellschaft mit Sitz in der EU, in Großbritannien, Island, Norwegen oder in der Schweiz durchgeführt werden und einen Flughafen in der EU als Ziel haben.

Nach Angaben aus der Regulierungspraxis verweigern um die 70 Prozent der Fluglinien die Befriedigung solcher Ansprüche bzw. antworten nicht auf Reklamationen von Fluggästen.

Es gibt verschiedene Wege, einen Anspruch auf Entschädigung außergerichtlich durchzusetzen. Ein Anspruch kann noch drei Jahre seit Entstehung geltend gemacht werden, bis Ende 2020 also Entschädigungsforderungen, die seit dem 1. Januar 2017 entstanden sind.

Im Folgenden werden Hilfsangebote dargestellt:

Fluggasthelfer

Es bieten über zwei Dutzend sog. Fluggasthelfer bzw. Sofortentschädiger ihre Dienste an.

Auf Fluggastentschädigung spezialisierte Rechtsdienstleister (Inkassofirmen) nehmen die Angelegenheit sofort in Angriff, formulieren bereits den Anspruch und entlasten den Geschädigten maximal. Sie arbeiten auf Basis Erfolgsprovision (laut Stiftung Warentest im November 2019: von rund 24 bis rund 52 Prozent). Allerdings kann bei diesen Fluggasthelfern der Vorgang Monate dauern.

100 Prozent Entschädigung und ein unkompliziertes Verfahren bei Ansprüchen wegen Flugverspätung verspricht dagegen die Rechtsberatungsplattform yourXpert*. yourXpert wird empfohlen, weil diese Rechtsberatungsplattform in ZDF-WISO vom April 2019 als „Testsieger Online-Beratung“ ausgewiesen wurde. Zuvor hatte der Fernsehsender n-tv im März 2019 das Ergebnis eines Tests „Portale für Rechtsberatung“ des Deutschen Instituts für Service-Qualität veröffentlicht. Dieses hatte yourXpert mit „sehr gut“ bewertet. Die Plattform ist zudem vielfacher Testsieger.

Sofortentschädiger kaufen Fluggeschädigten in eindeutigen Fällen die Forderung – mit einem allerdings erheblichen Abschlag – ab. So erhält der ehemalige Fluggast umgehend sein Geld minus einer Provision (laut Stiftung Warentest im November 2019: bis zu 49 Prozent). Damit ist für den Fluggast die ganze Angelegenheit erledigt: Er hat keinerlei Kostenrisiko und er kann den gehabten Ärger umgehend hinter sich lassen.

Schlichtungsstelle

Eine Beschwerde mit dem Ziel, mit Hilfe einer Schlichtungsstelle zu einer Entschädigung zu gelangen, ist eine weitere Möglichkeit. Ist ein solches Verfahren erfolgreich, erhält man die zustehende Entschädigungssumme ungeschmälert.

Die Verfahren vor der zumeist zuständigen söp_Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr stehen ausschließlich geschädigten Verbrauchern (Privatpersonen) zur Verfügung. Sie sind zwar gebührenfrei, aber auch relativ bürokratisch und können langwierig sein. Im Ergebnis spricht die Schlichtungsstelle eine Empfehlung aus, welcher die Fluggesellschaft jedoch nicht folgen muss.

Es kommt auch vor, dass das Luftfahrtunternehmen trotz eindeutigen Schlichtungsspruchs keine Reaktion mehr zeigt und einfach nicht zahlt. So können Monate vergehen und man steht wieder am Anfang. Vor Anrufung der Schlichtungsstelle muss man bereits erfolglos mit der Fluggesellschaft korrespondiert haben bzw. es müssen zwei Monate ohne Antwort der Fluggesellschaft vergangen sein. Siehe zu den Zuständigkeiten und zum Ganzen den Beitrag söp_Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr.

Rechtsanwalt

Beauftragt man eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Geltendmachung des Anspruchs, so fallen bei einem Verbraucher für eine reguläre Erstberatung bei einem Gegenstandswert von beispielsweise 600 EUR bei Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bis 190 EUR Honorar an; die Gesamtkosten sind höher. Die Anwaltskosten eines Passagiers müssen im Streit mit einer Fluggesellschaft von dieser nicht ohne weiteres ersetzt werden, sondern nur wenn klar wird, dass der Passagier ohne Beauftragung eines Rechtsanwalts sein Recht nicht durchsetzen konnte. Dies ist etwa dann der Fall, wenn das Unternehmen eine Zahlung endgültig verweigert oder darauf besteht, nur einen Fluggutschein auszugeben.

(*Fachliche Empfehlung, zugleich Werbelink)