Hauptanwendungsgebiete der Mediation

Die soziale und ökonomische Wirklichkeit bietet eine Fülle von Konfliktfeldern, die nicht annähernd vollständig beschrieben werden kann. Die meisten Konflikte eignen sich prinzipiell für eine Mediation.

Wichtige Anwendungsgebiete

Familienmediation

Anwendungsbereiche und Regelungen der Familienmediation betreffen beispielsweise das Umgangs- und Sorgerecht, Unterhaltsfragen, Vermögensaufteilung, Verhältnisse an der Ehewohnung, Aufteilung des Hausrats, Alterssicherung, Beziehungs- und Trennungsprobleme unverheirateter Paare, Probleme in der Familie, Scheidung.

Nachbarschaftsmediation

Spannungen und Streitigkeiten mit Nachbarn können schnell zu harten Fronten führen. Einen konkreten Konflikt zu lösen und dabei möglichst gute, freundliche Beziehungen zu erhalten oder wiederherzustellen, ist das Ziel der Nachbarschaftsmediation.

Themen und Konfliktfelder können sein: Belästigungen durch Lärm, Verschmutzungen, Gerüche; Belästigungen durch die Nutzung oder den Missbrauch von Gemeinschaftsraum; Grenzstreitigkeiten, Grenzbepflanzung, Grenzbäume; die Gestaltung eines Grundstücks oder seine Nutzung.

Mietmediation

So gut wie alle Regelungen und Berührungspunkte zwischen Mietern und Vermietern können zu Konflikten führen. Streit kann aber auch mit und unter Mietern, mit und unter Wohnungseigentümern und im Zusammenhang mit der Hausverwaltung entstehen.

Arbeitsmediation

Mediation im Arbeitsleben ist ein wichtiger Bestandteil außergerichtlicher Streitbeilegung und Konfliktverhütung geworden. Sie weist eine hohe Erfolgsquote auf.

Problemfelder können beispielsweise sein: Konflikte am Arbeitsplatz (Arbeitgeber – Arbeitnehmer; zwischen Arbeitnehmern; zwischen Abteilungen oder Arbeitsgruppen; Ausgrenzung, umstrittene Regelungen betrieblicher Verhältnisse); Konflikte um Tarife, Mitbestimmung, Umstrukturierungen; Personalprobleme aus Insolvenzen.

Baumediation

Planung und Errichtung von Bauten bergen viel Konfliktstoff, zum Beispiel Terminüberschreitungen, Baumängel, Nachforderungen, Nichtzahlungen. So kommen Verzug, Haftung und Schadensersatz ins Blickfeld.

Mediation will hier – wie auch sonst – kostenintensive und langwierige Gerichtsverfahren vermeiden. Noch weit mehr als in anderen Konfliktfällen spielt der Faktor Zeit eine große Rolle.

Als Mediatoren betätigen sich Rechtsanwälte mit Fachanwaltschaft oder mit Tätigkeitsschwerpunkt im Baurecht, Ingenieure, Architekten, Sachverständige und Handwerksmeister – je nach Konstellation auch in fachübergreifender Gemeinschaftsmediation.

Erbmediation

Auseinandersetzungen um das Erben sind ein weites Konfliktfeld. Unfriede unter den Hinterbliebenen, Streit, teure Gerichtsverfahren, die sich über Jahre hinziehen, und vergiftete Beziehungen sind nicht selten die Folge.

Bei Konflikten in Erbengemeinschaften oder familiären Konflikten im Zusammenhang von Unternehmensnachfolgen hat sich die Erbmediation bewährt. Gegenstand einer Mediation kann bereits die Erarbeitung einer vorweggenommenen Erbfolge sein, die vorausschauend Erbstreitigkeiten ausschließt.

Schulmediation

Im Vordergrund der Schulmediation steht die eigenverantwortliche Regelung und Prävention von Konflikten zwischen Schülern, Lehrern, Eltern, Schulverwaltung sowie die Gewaltprävention. Ein wichtiges Anwendungsgebiet stellen Ausgrenzung und Schlechtmachen dar.

Verwandt:

Mediation als Verfahren
Voraussetzungen und Nebenziele einer Mediation
Anbieter von Mediation
Scheidungsmediation und Familienschiedsgericht