Mediation als Verfahren

Was ist Mediation?

Mediation (lat. „Vermittlung“) ist ein eigenständiges, innovatives und zunehmend praktiziertes Verfahren, das für sehr viele Konfliktbereiche geeignet ist. In einem vertraulichen und strukturierten Verfahren streben die Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts an. Rechtliche Belange müssen keineswegs im Vordergrund stehen.

Der Mediator wirkt mit Bereitstellung des Rahmens und Gesprächsortes, mit inhaltlicher Neutralität, Erfahrung, Einfühlungsvermögen und vor allem professioneller Gesprächs- und Verhandlungsführung auf die Versachlichung und eine gütliche Lösung hin.

Er unterstützt die Konfliktparteien darin, zur eigenen Lösung zu finden, mit der sie leben können. Die Entscheidungen bezüglich des Konflikts bleiben also in der eigenen Verantwortung der Parteien. Das bedeutet, dass der Mediator die Parteien nicht berät, keine Empfehlungen gibt und nicht die Aufgabe hat, Kompromissvorschläge für eine mögliche Konfliktregelung zu formulieren.

Der Unterschied der Mediation zu anderen Verfahren

Mediation ist keine Institution wie Schlichtungsstelle, Gütestelle, Einigungsstelle oder ähnliches. Mediation ist gleichfalls kein therapeutisches Verfahren und hat – soweit sie auf dieser Website behandelt wird – nichts mit einem Gerichtsverfahren zu tun.

Die Frage nach einer eventuellen Schuld bei einem Konflikt steht nicht im Vordergrund und wird weder psychologisch noch juristisch beurteilt. Mit der Schlichtung (Schiedsstellen, Ombudsverfahren) hat die Mediation gemeinsam, dass ohne Zustimmung beider Parteien keine verbindliche Entscheidung gefällt wird. Insofern kann man sie als ein besonderes Schlichtungsverfahren bezeichnen.

Bei Privatpersonen geht es zumeist um einen (drohenden) Konflikt in einer zivilrechtlichen Angelegenheit. Sehen die Beteiligten Erfolgschancen für ein Mediationsverfahren, wählen sie in der Regel einen freiberuflichen Mediator aus und beauftragen ihn. Das Verfahren wird außergerichtlich durchgeführt.

Geht es um die Beilegung eines Verbraucherstreits, kann statt eines regulär nach der einschlägigen Verfahrensordnung durchzuführenden Schlichtungsverfahrens auch eine Mediation gewählt werden. Der Streitmittler der Verbraucherschlichtungsstelle wird dann als Mediator tätig.

Mediation trotz Klage

Wird wegen eines Konflikts eine Zivilklage eingereicht, so entstehen in jedem Fall Prozesskosten. Die Parteien müssen sich (trotzdem) darauf einstellen, dass das Gericht sie zu einer Mediation anhält. Denn nach der Zivilprozessordnung soll schon in jeder Klageschrift stehen, „ob der Klage der Versuch einer Mediation oder eines anderen Verfahrens der außergerichtlichen Konfliktbeilegung vorausgegangen ist, sowie eine Äußerung dazu, ob einem solchen Verfahren Gründe entgegenstehen“.

Hat es noch nicht den Versuch einer gütlichen Einigung gegeben und stehen dem keine Gründe entgegen, kann das Gericht eine Mediation anregen. Diese führt dann ein freiberuflicher Mediator außerhalb des Gerichts. Es kann dies ein Rechtsanwalt als Mediator oder ein anderer Mediator sein. Oder das Gericht kann die Parteien für die Güteverhandlung sowie für weitere Güteversuche vor einen hierfür bestimmten und nicht entscheidungsbefugten Richter (Güterichter) verweisen.

In keinem Fall besteht ein Zwang zur Einigung, das streitige Verfahren wird für die Dauer des Mediationsverfahrens ausgesetzt.

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