Scheidungsmediation und Familienschiedsgericht

Eine anstehende Ehescheidung kann ganz anders als üblich – und mit großen Vorteilen für die Parteien – vorbereitet und vollzogen werden.

Kaum bekannt sind die schonenden, effektiven, kostengünstigen, schnellen und menschlich zuträglichen Verfahren der Scheidungsmediation und des Schiedsspruchs durch ein (privates) Familienschiedsgericht. Beide Verfahren stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich:

Scheidungsmediation

Die Beteiligten finden die Regelungen zu Unterhalt, Vermögensaufteilung, Verhältnissen an der Ehewohnung, zur Aufteilung des Hausrats, zu Umgangs- und Sorgerecht so weitgehend wie möglich selbst – professionell unterstützt in einer Mediation. Zum Schluss wird die Einigung rechtlich verbindlich festgehalten. Die spätere Einhaltung solcher Vereinbarungen kann durch sog. Vollstreckbarkeit gesichert werden. Die Mediation ist hierin seit über 20 Jahren erfolgreich. 

Familienschiedsgericht

Eine zusätzliche Möglichkeit zur außergerichtlichen Streitbeilegung ist das seit einigen Jahren bestehende Angebot des bundesweit tätigen Süddeutschen Familienschiedsgerichts:

Der gesamte Bereich Unterhalt, Vermögensauseinandersetzung, Zugewinnausgleich wird mit Anwaltsbeteiligung einer gütlichen Einigung zugeführt, besiegelt mit einem Schiedsspruch mit vereinbartem Wortlaut (§§ 1053 Abs. 2, 1054 Zivilprozessordnung). Der Schiedsspruch hat die Wirkung eines rechtskräftigen gerichtlichen Urteils, natürlich auch dann, wenn im seltenen Extremfall keine volle Einigung erzielt wurde und der Schiedsspruch streitentscheidend erfolgt.

Die Vorzüge dieses privaten Gerichtsverfahrens sind vor allem: Jahrzehntelang im Familienrecht tätige pensionierte Richter befassen sich intensiv mit dem Streitstoff; sie geben den Beteiligten ausführliche rechtliche Hinweise; es wird kurzfristig terminiert; eine eingehende mündliche Verhandlung schließt sich an; es findet eine abschließende Erledigung statt; Abrechnung nach den günstigeren Gerichts- und nicht den Anwaltsgebühren; Kostenersparnis bei Vergleichsabschluss.

Das Verfahren vor dem Schiedsgericht kann im Unterschied zu einer Mediation nicht einseitig abgebrochen werden. Siehe zum Ganzen besonders die Informationen des Süddeutschen Familienschiedsgerichts selbst sowie den hiesigen Beitrag zur Schiedsgerichtsbarkeit

Die staatliche Gerichtsbarkeit erhält nur den unbedingt nötigen Rest zur Entscheidung: das Aussprechen der Scheidung selbst und eventuell notwendige Regelungen zu Kindschaftsangelegenheiten.

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Überblick Schlichtungsstellen, Mediation und Schiedsgerichtsbarkeit