Versicherungsombudsmann 1

Beschwerden beim Versicherungsombudsmann gegen Versicherungsunternehmen

Der Versicherungsombudsmann ist eine Verbraucherschlichtungsstelle. Er hat primär die Aufgabe, Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Versicherungsunternehmen beizulegen.

Zuständigkeit des Versicherungsombudsmanns

Für Beschwerden gegen die Träger der Sozialversicherung (gesetzliche Krankenkassen, gesetzliche Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften und Arbeitslosenversicherung) ist er nicht zuständig.

Kleinunternehmer (Unternehmer, die sich „in einer verbraucherähnlichen Lage“ befinden) können sich ebenfalls beschweren – der Ombudsmann entscheidet in diesem Fall nach Ermessen, ob er sich damit befasst.

Für die Private Kranken- und Pflegeversicherung besteht eine andere Zuständigkeit, nämlich die des Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung.

Der Beschwerdeführer muss den Anspruch zuvor beim Beschwerdegegner geltend gemacht haben, ansonsten wird die Beschwerde nicht behandelt. Das Versicherungsunternehmen muss dem Ombudsverfahren angeschlossen sein, bei fast allen Versicherungen im Privatkundengeschäft ist das der Fall. Die Beschwerdesumme darf 100.000 Euro nicht übersteigen.

Beschwerden können online eingereicht werden. Maßgeblich ist die Verfahrensordnung des Versicherungsombudsmanns (VomVO). Für Verbraucher und Kleinunternehmer ist das Verfahren gebührenfrei.

Entscheidungen des Ombudsmanns zugunsten des Verbrauchers oder Kleinunternehmers sind für die Versicherer bis zu einem Betrag von 10.000 Euro bindend. Bei Beträgen ab 10.000 Euro spricht der Ombudsmann eine Empfehlung aus. Der Verbraucher kann entscheiden, ob er den Schiedsspruch annimmt oder nicht – der Weg zu den Gerichten bleibt für ihn immer offen.

Der ADAC-Konzern hat sich mit den von ihm verkauften Versicherungen dem Verein Versicherungsombudsmann e. V. nicht angeschlossen, weshalb entsprechend eingedeckte Versicherungsnehmer die Schlichtungsstelle nicht anrufen können.

Tätigkeitsbericht 2018:

Im Jahr 2018 erreichten den Ombudsmann 14.147 zulässige Beschwerden gegen Versicherungsunternehmen. 26,8 Prozent, d. h. die meisten Beschwerden, betrafen die Rechtsschutzversicherung. Die Erfolgsquote in der Sparte Lebensversicherung lag bei 26,2 Prozent, in den übrigen Sparten bei 44,1 Prozent. Die Verfahrensdauer betrug durchschnittlich 2,6 Monate.

https://www.versicherungsombudsmann.de

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